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Halleins bunter Jahresbeginn: Bräuche, Fasching und mehr

Hallein ist eine modern Stadt – doch wenn das neue Jahr beginnt, lebt die Stadt ihre Traditionen. Vom feierlichen Dreikönigstag bis zum ausgelassenen Fasching entfaltet sich ein bunter Reigen aus Bräuchen, Kostümen und Kultur. Wie Hallein ins Jahr 2026 startet und welche alten Rituale heute noch begeistern, verrate ich euch in diesem Artikel.
Ab dem 27. Dezember verwandelt sich der Adventmarkt am Bayrhamerplatz in den Wintermarkt. Regionale Lebensmittel und handwerkliche Produkte laden zum Stöbern ein, dazu gibt es ein buntes Kreativprogramm. Kurz darauf, rund um den 6. Januar, ziehen die Heiligen Drei Könige durch Hallein und Bad Dürrnberg.
Dreikönigstag am 6. Januar
Rund um den 6. Jänner ziehen in Hallein die Sternsinger von Haus zu Haus. Als Heilige Drei Könige verkleidet, singen, beten und sammeln sie – meist im Auftrag der Katholischen Jungschar – Spenden für Kinder in Not. Am Dreikönigstag selbst laden die Pfarrkirchen zur festlichen Messe mit den Sternsingern ein.
Ein fester Bestandteil des Brauchs ist der Haussegen. Früher wurde er mit Kreide über die Haustür geschrieben, heute erinnert meist ein kleines Pickerl daran. Die Buchstaben C+M+B werden oft mit Caspar, Melchior und Balthasar in Verbindung gebracht, gehen aber auf den lateinischen Segensspruch „Christus mansionem benedicat“ zurück – „Christus segne dieses Haus“.
So verbindet der Sternsingerbrauch bis heute gelebte Nächstenliebe mit einer tief verwurzelten christlichen Tradition und setzt zu Beginn des Jahres ein Zeichen für Segen, Schutz und Zusammenhalt.

Lichtmess am 2. Februar
Viele Bräuche rund um Maria Lichtmess sind heute verschwunden, doch am Land gilt der Tag noch als Ende der Weihnachtszeit, da soll der Christbaum aus den Häusern verschwinden. Früher wurden an diesem Tag alle Kerzen für das Jahr gesegnet. Für die Bauern ist Lichtmess ein wichtiger Lostag:
„Wenn’s zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“
Außerdem endete für Knechte, Mägde und Hausangestellte traditionell der Dienst bei ihrer Herrschaft (meist der Bauern); sie erhielten ihren restlichen Lohn und konnten mit ihrem Besitz zu einem neuen Dienstherrn weiterziehen.
Faschingstreiben in Hallein
Der Fasching startet am 11. November um 11:11 Uhr, doch die großen Feste zur fünften Jahreszeit finden erst am Faschingssamstag, Rosenmontag und Faschingsdienstag statt. Aber auch bereits davor herrscht rund um Hallein und Bad Dürrnberg eine ausgelassene Stimmung, und es geht auf Maskenbällen und Gschnas-Festeln schon ein wenig närrisch her.
Am Faschingsdienstag geht’s rund in Hallein
In diesem Jahr fällt der Faschingsdienstag auf den 17. Februar 2026. Für Kinder geht’s bereits um 10.00 Uhr am Unteren Markt los. Neben einem bunten Kinderprogramm, lustiger Musik und Schminkspaß ist auch für das Leibliche Wohl gesorgt.
Um 11.00 Uhr und noch einmal um 14.00 Uhr setzt sich der bunte Faschingsumzug durch die Halleiner Altstadt in Bewegung. Mit fantasievollen Kostümen, fröhlicher Musik und viel guter Laune ziehen die Narren durch die Salinenstadt. Ab 13.00 Uhr startet am Bayrhamerplatz das große Faschingstreiben für alle. Für maskierte Kinder gibt’s gratis Faschingskrapfen.
Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein lebendiges Treiben, ausgelassene Stimmung und ein farbenprächtiges Spektakel freuen, das die Straßen von Hallein mit Faschingsfreude erfüllt.
Der Aschermittwoch läutet die Fastenzeit ein
Mit dem Aschermittwoch endet der Fasching, und die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern beginnt. In manchen Restaurants und Gasthäusern wird an diesem Tag der traditionelle Heringsschmaus serviert, also gschmackige Fischgerichte.
Am Aschermittwoch erhalten Gläubige in der Kirche ein Aschekreuz aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres. Es steht für Reinigung, Vergänglichkeit und Neuanfang und erinnert an Umkehr, Buße sowie die Hoffnung auf Auferstehung. Die Fastenzeit nutzen viele, um auf Süßes, Alkohol oder andere Gewohnheiten zu verzichten.
Palmsonntag
In Hallein und Bad Dürrnberg beginnt mit dem Palmsonntag die Karwoche. Das Fest erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Während im Nahen Osten Palmzweige den Weg Jesu schmückten, hat sich im Alpenraum die Tradition der Palmbuschen entwickelt. In Hallein bringt man die Palmbuschen traditionell am Palmsonntag in die Kirche, wo sie gesegnet werden. Die geweihten Palmbuschen sollen Glück, Gesundheit und Schutz für Haus und Hof bringen und eine gute Ernte sichern.
Der Palmbuschen
In Hallein und Bad Dürrnberg kann man Palmbuschen auf den Palm- und Ostermärkten, und auf den Wochenmärkten erwerben. Viele Einheimische binden ihre Palmbuschen auch selbst, denn die meisten „Zutaten“ lassen sich direkt im heimischen Garten oder im Wald sammeln.
Das gehört in einen traditionellen Palmbuschen: Palmkätzchen, Wacholder oder Kranewettn, Eibe oder Eibischgras, Stechpalme oder Schroadla, Thuje oder Zederer, Buchsbaum – und als Tragehilfe dient der Haselnussstock.
Traditionell wird er mit bunten Holzspänen und Brezeln geschmückt. Kinder tragen die Sträuße in Hallein und Bad Dürrnberg am Palmsonntag zur Kirche, und erhalten dafür Süßigkeiten und bunte Eier.

Ostern
Ostern ist das wichtigste Fest der katholischen Kirche und zugleich ein Symbol für den Frühling und das Erwachen der Natur. Wer Ostern in Hallein erlebt, kann verschiedene Ostertraditionen erleben, die das Fest besonders lebendig machen.
Ratschen und Fasten in der Karwoche
Am Gründonnerstag gedenkt man dem letzten Abendmahl. In Österreich ist es Brauch, an diesem Tag „grüne Speisen“ zu essen: Der Klassiker ist „Spinat mit Spiegelei“. Ab Gründonnerstag hört man in Hallein das laute Klappern der Holzratschen und Sprüche wie:
„Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss“.
Warum? Wie es in der katholischen Legende heißt, fliegen die Kirchenglocken am Gründonnerstag nach Rom und kehren erst in der Osternacht zurück, um die Auferstehung Christi zu feiern. Deshalb sind in dieser Zeit die Ratschenkinder laut ratternd mit ihren Holzratschen in den Gassen unterwegs.
Am Karfreitag gedenkt man der Kreuzigung Jesu Christi. Dieser Tag gilt in Österreich als strenger Fasttag, an dem auf Fleisch und Alkohol verzichtet wird. Der Karsamstag ist dem Gebet gewidmet und mündet in der Auferstehungsfeier der Osternacht, der Ostermette.

Vom Fasten zum Feiern: Die Speisenweihe
Am Ostersonntag wird mit einem festlichen Gottesdienst die Auferstehung gefeiert. Ein wichtiger Brauch ist die Speisenweihe: In bunt geschmückten Osterkörben werden Lebensmittel wie Brot, Eier, Schinken oder Butter gesegnet – oft auch in Form von Butter- oder Osterlämmern.
Rund um das Osterei: Vom Färben bis zum Eierpecken
Das Ei symbolisiert Christi Auferstehung: außen hart, innen weich. Früher wurden Eier während der Fastenzeit gekocht und gefärbt um sie haltbar zu machen, weil man in der Fastenzeit auf Eier verzichtete. Zu Ostern wurden die bunten Eier dann verschenkt. In Hallein und Bad Dürrnberg gibt es als besondere Ostergaudi: das „Eierpecken“ – wer mit seinem Ei unbeschadet bleibt, gewinnt.
Zu Ostern kehrt der Frühling in Halleins Häuser ein
Gegen Ende der Fastenzeit schmücken viele ihre Häuser mit Ostersträuchen aus Palmkätzchen, Forsythien und kunstvoll bemalten Ostereiern. Solche Ostereier sowie leckere Spezialitäten für den Osterbrunch gibt es auch auf den Halleiner Wochenmärkten. Wer zu Gast in Hallein ist oder gerne auswärts frühstückt, sollte rechtzeitig einen Tisch in einem der schönen Kaffeehäuser reservieren.
So, jetzt ist Hallein bereit für den Frühling – Zeit, die ersten warmen Sonnenstrahlen zu genießen.
Bildcredits: ©TVB Hallein/Pixabay









