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Salzburger Straßentheater

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© SKV / Leopold

Extrawurst

Die Mitgliederversammlung eines Tennisclubs soll über die Anschaffung eines neuen Grills abstimmen. Normalerweise kein Problem – gäbe es nicht den Vorschlag, zusätzlich einen zweiten Grill für das einzige muslimische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Die Diskussion bei der Vereinssitzung wird von der schnellen Angelegenheit zur Zerreißprobe, die immer persönlicher wird. Wie viele Rechte muss eine Mehrheit einer Minderheit einräumen? Und sind eigentlich auch Vegetarier eine Glaubensgemeinschaft?

Die Zuschauer sind als Vereinsmitglieder direkter Teil des Geschehens, auch sie dürfen abstimmen und erleben mit, wie sich eine Gesellschaft komplett zerlegen kann. Ebenso respektlos wie komisch stoßen Atheisten und Gläubige, Österreicher und Migranten, „Gutmenschen“ und Hardliner frontal aufeinander. Und das in einer schnellen, hochpointierten und sehr aktuellen Komödie. Extrawurst erlebte in der Saison 2019/20 seine Uraufführung und mauserte sich schnell zum Theaterhit.

Diese Komödie wirkt wie der Schmetterball eines Roger Federer. Punktgenau, blitzschnell und mitunter schmerzhaft hart wird unser Zeitgeist attackiert. Das Stück ist eine brillante, gescheite Satire, die mit wohlgesetzten Pointen unsere aktuelle Streitkultur, die Respektlosigkeit und Intoleranz gegenüber Migranten, Homosexuellen, Veganern und anderen Minderheiten aufs Korn nimmt. Das ein oder andere Mal kann man sich im Kugelhagel des verbalen Schlagabtausches durchaus ertappt fühlen, denn selbst als bekennender Gutmensch kommt man um ein paar Vorurteile offenbar nicht herum. Es ist ein großer Spaß mit so viel Hintersinn, dass einem zwischendurch schon mal das Lachen vergeht.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.